2. Mai 2021 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Mein Wort zum Sonntag vom 1. Mai 2021 

 Ihr Lieben,  

wie ich schon in den letzten Wochen erklärte, haben die sechs Sonntage nach Ostern lateinische Namen, weil Latein die Kirchensprache des Mittelalters war. Morgen ist „Kantate“ (singt!) – Psalm 98,1 liegt diesem Titel zugrunde: Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Auch Psalm 98 – wie letzte Woche Psalm 66 – ist ein Danklied eines unbekannten Verfassers für die wunderbaren Führungen Gottes in der Geschichte des Volkes Israel. In einer Erklärung der Evangelischen Kirche lese ich dazu:  

Der erleichterte Dank der Geretteten, das mächtige Loblied der Geschöpfe Gottes, das besänftigende Harfenspiel und der mutige Gesang, der Kerkermauern sprengt – sie alle vereinen sich zu einem vielstimmigen Lob Gottes. Dort, wo sein Name so besungen wird, dort ist Gott ganz nah. Kein Bereich des Lebens soll von diesem Lob ausgeschlossen sein, keiner ist zu gering für diese Musik. Je mehr unser Leben zum Gesang wird, desto stärker wird uns dieses Lied verändern zu liebevolleren und dankbaren Menschen. 

https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/nextday.php 

 Aber geht das überhaupt in den Einschränkungen von Corona? Überspielen wir dann nicht die Not auf die fromme Tour?? Bei dem großen Hamburger Theologen Helmut Thielicke (1908-1986) habe ich einmal gelesen, dass Gott uns manchmal auf die Finger hauen muss, aber die ganz Frommen unter uns machen daraus noch ein Loblied, so wie kleine Kinder schon mal sagen: „Ätsch, es hat gar nicht wehgetan!“ Dieser Satz ist mir lange nachgegangen. Wann darf man mitten im Leid Gott loben so wie Paulus und Silas im Gefängnis (Apg 16) – und wann ist die ehrliche Klage angebracht? 

 Vorgestern früh sah ich im ARD-Morgenmagazin ein Interview mit Wolfram Zurhorst, der zusammen mit seiner Frau Eva-Maria zu den bekanntesten Paarberatern Deutschlands zählt. Er wurde gefragt, ob Corona mehr Babys oder mehr Scheidungen gebracht habe – und sagte dann, dass es wohl mehr Scheidungen geworden sind. Man hat z.B. durch „Homeoffice“ (Büroarbeit zuhause) mehr Zeit miteinander, geht sich oft auf den Wecker, und vielfach brechen alte Konflikte auf, die durch den bisher geregelten Alltag außer Haus kaum die Möglichkeit zur Klärung fanden. Sein Rat: Paare sollten begreifen, dass sie beide nicht für die neue Situation verantwortlich sind und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. So ähnlich versuchen wir auch in den Alpha-Ehekursen den Paaren klarzumachen, dass ein Problem nicht trennend zwischen ihnen stehen muss, sondern sie es gemeinsam vor sich stellen und gemeinsam bewältigen könnenwenn sie es wollen – nach dem Motto: „Wir schaffen das gemeinsam, mit Gottes Hilfe!“ 

So allmählich zeigt sich auch, dass Corona viel tiefere Spuren in uns und in der Gesellschaft hinterlassen hat, als wir anfangs dachten. Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa hat darüber gearbeitet und einige sehr interessante Ergebnisse vorgelegt, z.B., in diesem Interview: https://taz.de/Soziologe-Hartmut-Rosa-im-Gespraech/!5763329/  

Darin vertritt er die These, dass nicht nur die Älteren, sondern immer stärker die Jüngeren, die z.B. noch im Studium auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft sind, die wahren Verlierer der Krise sind. Ihnen fehlen die persönlichen Kontakte, die durch keine Videokonferenz zu ersetzen sind.  

Ich denke, das gilt 1:1 auch für uns als Gemeinde. Sobald die Inzidenzzahlen wieder sinken, müssen wir dringend darüber nachdenken, wie wir wieder in Kontakt kommen – von Angesicht zu Angesicht. 

Mittlerweile haben wir in der Gemeindeleitung engagiert diskutiert, ab wann wir wieder Präsenzgottesdienste feiern wollen. Wir haben uns geeinigt, erst wenn die Inzidenzzahlen im Kreis unter 100 gesunken sind, fangen wir wieder an. Denn dann greift die Bundesnotbremse (mit ihren z.T. wirklichkeitsfremden Bestimmungen) nicht mehr, sondern nur noch unsere Landesverordnung. Zur Zeit sind unsere Zahlen im AK-Land – entgegen dem Bundestrend – leider am Steigen. 

 Nun kommt auch endlich (!!) etwas Bewegung in die Impfszene, auch wir wurden diese Woche zum ersten Mal geimpft (mit AstraZeneca), und neuerdings können auch alle ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit einen zeitnahen Impftermin beantragen. Wir müssen als Gemeinde dazu die Berechtigungsscheine ausstellen, machen wir natürlich gerneBitte nutzt das Angebot!! Es ist auch ganz wichtig im Blick auf das Zeltlager, wenn wir nachweisen können, dass alle unsere Mitarbeiter zumindest einmal geimpft sind.  

Die Zeit drängt, denn zunächst einmal muss man nach der Registrierung eine Weile auf den Termin warten, und dann müssen je nach Impfstoff zwischen sechs Wochen (Biontech) und 12 Wochen (AstraZeneca) zwischen der 1. und 2. Impfung verstreichen, und danach gilt noch zwei Wochen Wartezeit bis zur vollständigen ImmunitätEs wird also knapp. Aber schon die erste Impfung bietet einen ganz brauchbaren Schutz, vor allem bei AstraZeneca. 

Also:  

  1. Meldet Euch unter https://impftermin.rlp.de/ so schnell wie möglich an, alternativ beim Hausarzt. 
  1. Lasst Euch bei Lars Blecker für die Bescheinigung registrieren. Diese wird dann von mir nach dem amtlichen Muster erstellt, mit dem Gemeindesiegel gestempelt usw.  – und dann zu Lars gebracht. 
  1. Spätestens direkt vor dem Impftermin holt Euch bei Lars die Bescheinigung, die muss nämlich bei der Impfung vorgelegt werden. 

 

  • Dieter liegt seit gestern wieder im Krankenhaus, es geht ihm sehr schlecht, wir wollen für ihn und seine Frau Adelheid beten. 

 Soviel für heute als aktuelle Information, 

Euer Wolfgang Buck