28. März 2021 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Unser Wort zum Sonntag vom 20. März 2021

Ihr Lieben,  

was für eine Woche! Erst wird die Corona-Impfung mit AstraZeneca gestoppt, um drei Tage spätere wieder in Gang gesetzt zu werden. Hüh-hott. Obwohl jeder, der bis fünf zählen kann, weiß, dass eine Handvoll Zwischenfälle auf 1,5 Millionen Impfungen völlig normal sind. Jede Kopfschmerztablette hat wesentlich mehr Nebenwirkungen, bis hin zum oftmals tödlichen anaphylaktischen Schock. Aber wir nehmen sie. Es gibt den schönen Satz in der Medizin: Ein Medikament, das keine Nebenwirkungen hat, das auch keine Hauptwirkungen. Das Risiko begleitet uns immer.  

Jeder Raucher weiß eigentlich, dass (nach einer französischen Studie) seine Lebenserwartung ca. 10 Jahre unter der eines Nichtrauchers liegt, aber er raucht weiter und sagt sich: Mich wird es schon nicht treffen. 

Ich denke, das Problem mit AstraZeneca liegt tiefer. Wir erliegen schnell dem Trugschluss, dass wir ein absolut risikofreies Leben führen könnten, wenn wir bestimmte Behandlungen meiden. Das stimmt aber nicht, auch das normale Leben birgt Risiken.  

Unser Sohn erlebt das als Arzt ständig. Er muss vor einer Operation den Patienten pflichtgemäß über die Risiken aufklären. Und dann treten manche sofort von der OP zurück. Der Trugschluss heißt dann immer: Ohne OP null Risiko, mit OP z.B. 2%. Tatsache ist aber z.B.: Ohne OP meinetwegen 40%, mit OP 2% Todesrisiko in den nächsten drei Jahren, und er versucht ihnen klarzumachen, dass das Risiko ohne die OP wesentlich größer ist. Für manche schwer einsehbar. 

Also: Von 1,5 Millionen Menschen erleiden ca. 10-15 einen Impfschaden, aber ohne Impfung sterben bis zu 1.000 an Corona. Null Risiko gibt es erst im Himmel. 

Wir leben immer mit dem Risiko zu sterben, ob wir uns ins Autos setzen oder eine Flugreise machen: Das Risiko, nicht lebend anzukommen reist immer mit.   

Für viele Christen gibt es weltweit noch ein zusätzliches Risiko: Wenn sie sich zu Jesus Christus bekennen, stehen sie in manchen Ländern in großer Lebensgefahr. Und sie gehen das Risiko ein. Sie wissen, dass sie mit ihrem Glauben an Jesus Christus eine unbeschreibliche Zuversicht und Lebensfreude bekommen – und dazu noch die neue Familie der Gemeinde. Dieses Geschenk ist für viele wichtiger als das Risiko der Verfolgung. 

 

Davon schreibt auch Markus Jäger in seinem Beitrag: 

Liebe Gemeinde,  

es gibt Jahrestage, die braucht kein Mensch:  

Mitte März 2020 mussten wir uns als Gemeindeleitung der Frage stellen, ob und wenn ja wie Gottesdienste möglich sind. Wie wir genau Gemeinde gestalten. Und ich muss zugeben, ich war recht überzeugt, dass wir Corona bald hinter uns haben und zurück zum „normalen“ Leben kommen werden.  

Über ein Jahr Corona hat uns persönlich, als Familien, als Gesellschaft und damit auch als Gemeinde als Teil dieser Gesellschaft (Anmerkung: und wenn es nur Teil der Dorfgesellschaft ist) begleitet, und wir hoffen, dass uns dieser Lebensabschnittspartner uns bald verlässt, wie es jetzt ein Kunde von mir ausdrückte, Derzeit scheint es diesem „Partner“ aber global ganz gut bei uns zu gefallen.  

Als Hauskreis bearbeiten wir gerade gemeinsam den 1. Thessalonicherbrief. Ein Brief von Paulus an eine Gemeinde in einer Krise: die Krise hieß dort Verfolgung. Eine existenzbedrohende Krise. Und Paulus schreibt in Kapitel 3 Vers 3, dass Verfolgung (also Krisen) zum christlichen Glauben dazu gehört. Das wollen wir nicht gerne hören. So stellen wir uns den Segen Gottes nicht vor.  

Aber wenn Paulus recht hat und schwere Situationen zu unserem Leben dazu gehören, dann ergibt sich doch die Frage, wie wir durch solche Situationen gehen. Wollen wir diese alleine oder vielleicht noch zusammen mit meinem persönlichen Umfeld meistern – oder mit Gott in jeder Sekunde an unserer Seite?  

Ich weiß, dass klingt so super fromm und für Dich vielleicht sogar mittlerweile hohl. Aber wir arbeiten als Hauskreis den 1. Thessalonicherbrief ganz bewusst durch, um uns zu überlegen, wie wir gestärkt zurückkommen können. Wie wir ein Comeback feiern können.  Ähnlich wie bei einem Sportler, der nach einer Verletzung oder Krankheit intensiv daran arbeitet, mindestens genauso stark, vielleicht noch stärker zurückzukommen.  

Ganz bewusst darüber in den Austausch zu kommen, was es ganz konkret bedeutet, mit Gott gerade in schwierigen Zeiten unterwegs zu sein. Darüber nachzudenken, ob manche vielleicht lieb gewordene Einstellung, Haltung oder Verhaltensmuster sogar verhindert, dass wir gut durch solche Zeiten kommen. Und wir erleben (und ich hoffe die Teilnehmer des Hauskreises sehen das auch so 😊) dass es unter anderem enorm wichtig ist, Geschwister zu haben und Unterstützung zu erhalten. Uns gegenseitig zu ermutigen, für einander zu beten und von unseren Erfahrungen (negativ wie positiv) zu berichten. 

Kurzfristig haben Simon und ich für morgen früh die Predigt und die Moderation getauscht. Und ich möchte gemeinsam mit Euch einen Teil unseres Trainingsprogramms zum Comeback zu nutzen, um darüber nachdenken, wie wir im biblischen Sinne als Gemeinde herzlich verbunden sein können.  

Daher heißt das Thema des Gottesdienstes: Herzlich verbunden! Ein sehr facettenreiches, aber auch heikles und arbeitsintensives Thema.  

Teilweise haben wir in der Gemeinde auch sehr, sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht; vielleicht sogar auch Du. Aber ist es deshalb ein falsches Ziel? Ist es ein Ziel, das sich harmoniebedürftige Menschen ausgedacht haben, ohne dass es biblischen Hintergrunde hat? 

 Und unsere Erfahrungen lassen uns vielleicht sogar zu dem Schluss kommen: Will ich das überhaupt noch?  Aber wir geben ja auch nicht bei einem Schwimmkurs nach ein oder zwei Stunden auf, nur weil wir die Erfahrung gemacht haben, unterzugehen und dass das Schwimmen noch nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. 

Ich lade Dich dazu ein, mit darüber nachzudenken:  

zu einem am morgigen Sonntag entweder live mit Voranmeldung in den Gemeinderäumen oder über unseren Stream im Gottesdienst dabei zu sein.  Aber ich lade Dich auch dazu ein, Teil dieses „wir“ in der FeG Derschen zu sein. Dazu aber deutlich mehr morgen in der Predigt. 😊 Ich freue mich sehr, wenn Du der Einladung folgst.  

Herzlichst, Markus Jäger