28. März 2021 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Mein Wort zum Sonntag vom 13. März 2021

Ihr Lieben,  

nachdem wir am letzten Sonntag wieder etwas mehr Teilnehmer im Präsenzgottesdienst und am Abendmahl hatten, freuen wir uns auf morgen, wenn Pastor Dave Rose zu uns kommt. Er stammt ursprünglich aus den USA, lebt aber schon Jahrzehnte in Deutschland und hat bis zu seinem Ruhestand für die Allianzmission gearbeitet. Ich kenne ihn als einen sehr sympathischen Kollegen, der immer auch ein gutes Wort hat. 

Zur Erinnerung: Wer dabei sein möchte, muss sich bis Samstag um 18.00 Uhr bei Markus Jäger anmelden (0171 2997318) – und die Masken nicht vergessen!  

Inzwischen kommt ja endlich in unsere lahme Impf-Bürokratie ein kleines bisschen Schwung, und das mutige Wort unseres Landrats tut da richtig gut (https://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/100017-landrat-enders–buerokratie-wahnsinn-in-reinkultur-im-impfzentrum-wissen) 

Ja, es wird höchste Zeit, dass auch die Hausärzte das Impfen übernehmen – wie ja auch schon immer alle anderen Impfungen dort geschehen. 

Die Zeit schreitet voran, die Tage werden länger, und in drei Wochen ist schon Ostern, das wichtigste und älteste Fest der Christenheit. Weihnachten wurde erst um 330 n. Chr. „erfunden“ und vom Kaiser verordnet – aber die Auferweckung von Jesus feierten die Christen von Anfang an.  

  • Was bedeutet uns dieses Fest, abgesehen von den ursprünglich heidnischen Osterbräuchen um Hase und Eier?  
  • Was bedeutet es für mich selbst, für unsere Familien und unsere Gemeinde, dass Jesus gegenwärtig ist, uns kennt, uns konkret leiten will und auch unsere Entscheidungen begleitet? 
  • Planen und arbeiten wir so, dass wir uns auch einmal von ihm stören lassen? Vor Jahren gab es einmal ein treffendes Gedicht mit dem Titel „Herr, störe mich nicht, ich bete gerade!“  
  • Rechnen wir in unseren Gebeten mit Gottes konkretem Eingreifen – oder sind sie Monologe und Rituale geworden wie in jeder anderen Religion?  
  • Wo beflügelt und begeistert uns die Botschaft der Auferweckung – oder haben wir uns so sehr daran gewöhnt, dass es nur noch ein Fest im Kalender ist? 

Ich fürchte natürlich auch, dass wir Ostern immer noch in den Corona-Beschränkungen feiern müssen, aber es gibt auch hier Hoffnung. Ich bin dankbar, dass Impfstoffe entwickelt werden konnten und dass wir alle eine Aussicht haben, wieder normal zu leben. Aber was werden wir dann mit dem normalen Leben machen? Vermutlich wird nicht alles so wie früher sein. Unsere Gruppenstunden und Hauskreise werden wir wahrscheinlich fröhlich und festlich wieder starten, die Kinderstimmen werden wieder durch unser Gemeindehaus schallen, nur der Seniorenkreis wird kaum mehr so sein wie früher.  

Einige sind verstorben, andere sind ins Altenzentrum weggezogen, wieder andere sind nicht mehr in der Lage, dabei zu sein. Aber alte Menschen wachsen nach, und die heute im Hochmittelalter stehen, werden auch Jahr für Jahr älter.  

Nur sind diese neuen alten Menschen dann ganz anders geprägt (und ich selbst zähle mich ja auch dazu). Sie wollen nicht betreut werden, sie wollen so lange wie möglich etwas unternehmen.  

Früher war man als Rentner alt, manche gaben dann ihre Wohnung auf, zogen bei den Kindern ein und wurden immer passiver. Manche verabschiedeten sich auch von ihrer Mitarbeit in der Gemeinde, obwohl sie dazu noch in der Lage gewesen wären und ihre Lebenserfahrung anderen hätten vermitteln können. Das war schade, auch wenn ich es nicht so krass sehe wie Zinzendorf, der ein solches Rentnersein als Sünde bezeichnete, weil man geschenkte Lebenszeit nicht für Jesus einsetzte. 

Aber diese passiven Rentner gibt es in den Gemeinden immer weniger, und auch die Altenzentren werden in Zukunft sicher WLAN vorhalten müssen, denn wer es bisher gewohnt war, will auch im hohen Alter weiter mit Internet und E-Mail unterwegs sein. 

Also müssen wir auch unsere Seniorenarbeit umstellen. In meiner bisherigen Gemeinde hatten wir deshalb zwei Seniorenkreise: Einen traditionellen mit einem guten Betreuungsangebot – und einen völlig anderen Kreis: Wir nannten ihn „2.Halbzeit“ – auf diese Idee kam eine Frau, weil sie meinte, in der 2. Halbzeit fallen doch die entscheidenden Tore. Wir trafen uns monatlich – einmal zu einem christlichen Thema – und im anderen Monat gab es einen Ausflug, passend zu diesem Thema.  

Zum Beispiel: Wir behandelten das Leben und Wirken von Martin Luther, im nächsten Monat fuhren wir nach Eisenach und zur Wartburg.  

Oder: Wir sprachen über die Missionierung Deutschlands – im nächsten Monat fuhren wir nach Paderborn zur Ausstellung über die Zeit Karls des Großen. 

Oder: Wir beschäftigten uns mit dem Weg, dem Glauben und den Leiden der Russlanddeutschen, um nächsten Monat besuchten wir das einzige russlanddeutsche Kulturmuseum in Detmold. 

Das waren natürlich alles Ziele, die dort leicht erreichbar waren. In unserer Gegend müssten wir andere Themen und Ziele auswählen. Aber dieses Angebot wurde freudig begrüßt und war immer gut besucht.  

Neugierig geworden? Ich bin dankbar für weiterführende Ideen. 

Herzliche Grüße Wolfgang Buck