27. Februar 2021 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Mein Wort zum Sonntag vom 20. Februar 2021

Ihr Lieben,  

mit großer Vorsicht wagen wir es morgen früh, beide Gottesdienstformen parallel anzubieten: Einen Präsenzgottesdienst – und parallel die Live-Übertragung! Am letzten Sonntag war es ja noch ein bisschen holprig mit der Übertragung, ab und zu war der Rechner an seine Grenzen gestoßen, immer wieder Standbilder – so hat man mir berichtet. Ich selbst war in Hessen unterwegs. Da sind die Gottesdienst-Bestimmungen etwas anders: Der Redner steht hinter einer Plexiglas-Wand – dafür dürfen mehr Personen in den Saal. 

Für morgen früh gilt bei uns allerdings für diejenigen, die „leibhaftig“ anwesend sein wollen, das übliche Regelwerk: 

– Maximal 21 Personen dürfen teilnehmen, Sicherheitsabstand 1,5 m in jeder Richtung 

– Nur Mitglieder einer Hausgemeinschaft dürfen zusammen sitzen 

– Mundschutz (FFP 2) ist Pflicht 

– Einbahnstraßen-Ordnung (unten rein, oben raus) 

– Hände-Desinfektion beim Eingang 

– Kein Gemeindegesang 

– Keine Gruppenbildung vor dem Haus 

– Erfassung aller Personen mit Telefonnummer (zur evtl. Nachverfolgung) 

Ich habe ja schon vor Weihnachten begonnen, einige Texte aus der Offenbarung zu behandeln. Die sog. „Sendschreiben“ an sieben kleinasiatische Gemeinden (in der heutigen West-Türkei) greifen Themen auf, die m.E. in irgendeiner Form alle Gemeinden zu allen Zeiten betreffen. 

Gerade bei Texten aus der Offenbarung muss viel Übersetzungsarbeit geleistet werden, denn dort wird in einer uns kaum noch vertrauten Bildsprache geredet. Es ist ja eine Art Geheimdokument, eine Trostschrift an die verfolgten Gemeinden. Nichtchristen sollten ja nicht alles verstehen. Ein Beispiel: die „Hochzeit des Lammes“ (19,7).  

Übersetzung: Hochzeit = das allerschönste Fest, Lamm = Jesus ist wie ein Opferlamm für unsere Schuld gestorben. „Hochzeit des Lammes“ heißt dann: „Für alle, die daran glauben, dass Jesus ihre Schuld getragen hat, gibt es das schönste nur vorstellbare Fest!“  – Das ist noch einfach, es gibt auch schwierigere Übersetzungsaufgaben. 

Gleichzeitig gibt es unendlich viele Anspielungen auf die politische Situation unter Kaiser Domitian, der so eine Mischung aus Trump und Kim war. Seine Hofdichter, allen voran Martial, schrieben überschwängliche Lobgedichte auf den Kaiser – so wie in Nordkorea auf den geliebten Führer. Sie liegen uns heute vor – und lassen uns staunen über den Mut der Offenbarung. Streckenweise werden sie wörtlich zitiert, aber im entscheidenden Punkt auf Christus gedeutet. Mehr dazu morgen früh… 

Herzlichst  Euer Wolfgang