20. Dezember 2020 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Mein Wort zum Sonntag vom 20.Dezember 2020 

Liebe Freunde, liebe Gemeinde,  

wir befinden uns auf der Zielgeraden des Jahres 2020 und im Fernsehen laufen wie alle Jahre vorher die Jahresrückblicke in verschiedensten Formen und Kategorien.  

Was ist aus Deinen Erwartungen, Hoffnungen, Vorsätzen bzw. Wünschen an das Jahr 2020 geworden? Zum Jahreswechsel war Covid 19 schon bekannt, aber scheinbar nur ein Thema in China, nicht bei uns, obwohl vermutlich schon zu diesem Zeitpunkt der Virus bei uns war. Mitte, Ende März traf uns dann erste Lockdown.  

In einem Wort zum Sonntag am 5. April 2020 schrieb ich Euch u.a. folgende Zeilen:  

Die Corona-Krise fordert uns mannigfach heraus. Viele Fragen sind damit verbunden: Wie kommen meine Liebsten, wir als Familie, ja nicht zuletzt auch ich persönlich durch diese Krise. Welche Einschnitte kommen noch: sozial und / oder wirtschaftlich? Wie tragfähig ist mein soziales Umfeld? Was kommt noch alles? Wann werden wir zu einer irgendwie gearteten „Normalität“ zurückkommen?  

 

Auch wir als Gemeinde stellen uns ähnliche Fragen. Wie schaffen wir es, ohne persönliche Begegnungen Gemeinde zu sein und zu bleiben. Wie gelingt so etwas bei uns Menschen, die wir von Gott als unserem Schöpfer auf Beziehung geschaffen worden sind? Und unsere Antworten auf diese Fragen fallen sicher unterschiedlich aus.  

Ich freue mich jetzt schon, Euch wieder persönlich zu begegnen, wann immer das in der „Nach-Corona-Zeit“ sein wird Und freue mich darauf, mit Euch darüber zu sprechen, wie das war, wie Ihr das für Euch gelöst habt, nicht in die Gemeinde gehen zu können und trotzdem am Glauben festzuhalten. Und auch zu fragen, was lernen wir daraus für unser Miteinander und für unsere Beziehung zu Gott. Welche Formen brauchen wir dauerhaft? Was hat unsere Beziehung zu Gott neu geprägt?   

Als ich das heute so las, dachte ich bei mir, dass sich doch gar nicht so viel geändert hat. Wir haben uns zwar eine wenig in dieser Situation „eingerichtet“. Viele dieser Fragen sind aber noch gar nicht beantwortet, da wir uns trotz Lockerungen im Sommer noch nicht in einer NachCorona-Zeit befinden. Wir versuchen als Gemeinde und auch persönlich uns in dieser Lage zurecht zu finden und zu einer geänderten Routine zu kommen. Viele Sorgen sind geblieben.  

Ein Impfstoff lässt uns einen Silberstreit am Horizont erahnen. Aber das Impfen der gesamten Bevölkerung wird dauern. Und selbst dann sind noch Fragen zu klären (z.B. ob es Einschränkungen für diejenigen geben wird, die sich nicht impfen lassen wollen und vieles mehr).  

Die aktuellen Einschränkungen gerade zu Weihnachten tun weh und alte Traditionen und Gewohnheiten fallen aus, weil sie nicht mehr möglich sind.  

In der Gemeindeleitung haben wir heute lange miteinander beraten und abgewogen, ob und wenn ja wie wir den oder die Gottesdienste an Heilig Abend anbieten können. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung in der derzeitigen Lockdown-Phase sehr bewusst, möchten dies ernst nehmen, aber auch Menschen die Möglichkeit bieten vor Ort Gottesdienste zu feiern. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bitte betet für uns, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen.  

Aufgrund des Angebotes von Claudia und auch von Simon für die kleineren und größeren Kinder während des Gottesdienstes ein separates Programm in den unteren Räumlichkeiten anzubieten, können wir einen Gottesdienst um 16 Uhr anbieten. Ganz, ganz herzlichen Danke an Claudia und Simon für Ihren besonderen Einsatz. Das ist an einem solchen Tag nicht selbstverständlich.  

Der angedachte Gottesdienst um 17.30 findet nicht statt! Alle diejenigen die sich für den zweiten Gottesdienst angemeldet haben, sind für den 16 Uhr Gottesdienst vorgemerkt.  

Es können und dürfen nach der neuesten Verordnung in Rheinland-Pfalz nur Besucher kommen, die vorab angemeldet sind. Außerdem besteht Maskenpflicht am Platz auch während des Gottesdienstes.  

Wir werden (erfreulicher Weise) recht viele Menschen im Gottesdienst begrüßen dürfen. Umso mehr bitten wir Euch die bekannten Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten. Bitte behaltet dies im Blick und nehmt dies ernst.  

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass wir als Gemeindeleitung sehr genau das Infektionsgeschehen in unserem Kreis im Auge behalten und wir es uns auch vorbehalten auch kurzfristig Veranstaltungen (auch im Hinblick auf die weiteren Gottesdienste im Dezember und im Januar) absagen zu müssen. Dies werden wir nicht leichtfertig in die eine oder andere Richtung tun.  

Das wir am kommenden Donnerstag gemeinsam den Heilig Abend Gottesdient feiern können, habe ich Anfang November für illusorisch empfunden. Und doch dürfen wir gemeinsam die Geburt unserer Erlösers als Gemeinde feiern. Angesichts der Einschränkungen in der Kultur, im Handel und in der Gastronomie, bin ich froh, vor allem aber dankbar, dass uns die Politik diese Möglichkeit gibt. Ich freue mich viele von Euch in diesem Gottesdienst wieder zu sehen und gemeinsam zu feiern, dass Gott aus Liebe Mensch wurde, um uns letztendlich eine ewige Perspektive zu geben.  

Gleichzeitig tut es mir für die Geschwister leid, die nicht kommen können. Die nicht diese Gemeinschaft erleben können. Man merkt erst wie wichtig einem manche Dinge sind, wenn sie nicht mehr da sind oder nicht mehr möglich sind. Wenn die Selbstverständlichkeit verloren gegangen ist.  

Wir werden morgen keine klassische Sonntagsschulweihnachtsfeier haben, wie wir sie sonst in den letzten Jahren hatten. Und trotzdem bin ich gespannt, wie dieser Gottesdienst am 4. Advent werden wird. Wir werden ein selbst produziertes Video der Sonntagschule mit Unterstützung des Teenkreises als Welturaufführung sehen dürfen. Danke an alle Beteiligten (Technik, Schauspieler, Regie usw.)  für Euren Einsatz in diesem langen und zeitraubenden Projekt. Mal sehen wie Ihr die Weihnachtsgeschichte uns filmisch erzählt. Danke!  

Ich lade Euch dazu herzlich ein. Auf jeden Fall wünsche ich Euch einen schönen 4. Advent. An dem wir (hoffentlich) auch innerlich zur Ruhe kommen und uns überlegen was wir da an Heilig Abend feiern. Es ist nicht das Fest der Geschenke, der Familie, der harmonischen Gefühle, sondern die Geburt von Jesus Christus, der Dich und mich erretten will.  

Euer Markus