13. Dezember 2020 | Allgemein

Mein Wort zum Sonntag

Mein Wort zum Sonntag vom 13.Dezember 2020 

Ihr Lieben,  

die zweite Coronawelle hat unser Land fest im Griff, und wir müssen uns wahrscheinlich wieder auf strengere Regeln einstellen, leider. Morgen Vormittag tagt ja wieder die Runde mit der Kanzlerin. Auch in unserem Kreis Altenkirchen haben die Infektionszahlen in den letzten Tagen einen großen Sprung nach oben gemacht, nachdem wir meist deutlich unter dem Landesdurchschnitt lagen.  

Gott sei Dank – die meisten Infizierten überstehen diese Krankheit mehr oder weniger problemlos, aber eben nicht alle. Unser Sohn arbeitet als Arzt immer wieder für einige Tage auf der Covid-19-Intensivstation seines Klinikums und muss miterleben, wie auch junge Leute an der Infektion sterben, kürzlich sogar eine 29-jährige ohne Vorerkrankungen. Er sagte uns, bei einigen Patienten greift der Virus nicht so sehr die Lunge an, sondern verdickt und verklumpt das Blut. Dann kommt es schnell zum Infarkt, einem Schlaganfall oder einer Lungenembolie, an der die Menschen oft sterben, also indirekt eine Folge von Corona. Deshalb bekommen inzwischen alle Covid-19-Patienten in den Kliniken automatisch Blutverdünner, allerdings nicht immer mit Erfolg.  

Die Lage ist also nach wie vor sehr ernst – und viele, die im medizinischen Bereich arbeiten und täglich mit dem Leid dieser Pandemie konfrontiert werden, haben inzwischen überhaupt kein Verständnis mehr für die SchlauschwätzerCoronaleugner und Querdenker, die ihre „Weisheit“ z.B. im Internet verbreiten und immer noch meinen, die ganze Sache sei nur künstlich aufgebläht („Coronadiktatur“). 

Da wird dann leider auch von manchen Christen (z.B. „Christen im Widerstand“) ein Bibelwort missbraucht, das Petrus in einer Verfolgungssituation sagt, als man ihm strengstens die Verkündigung des Evangeliums verbieten will: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 4,19 und 5, 29). Uns verbietet niemand die Verkündigung, wir leben in keiner Diktatur, niemand wird wegen seines Glaubens hingerichtet, man verlangt nur einige Regeln zum Schutz unserer Mitmenschen – das sollte für Christen eigentlich selbstverständlich sein. 

Auch wir als Gemeinde müssen reagieren, vor allem für unsere Weihnachtsgottesdienste – falls wir die überhaupt durchführen dürfen. Wir haben in der Gemeindeleitung lange diskutiert (per Videoschaltung), wie wir es denn z.B. mit der Heizung handhaben wollen. Wir haben (leider) eine Umluftheizung, und die sollte in den Kirchen in den Coronazeiten eigentlich nicht betrieben werden. Aber Weihnachten frieren wie im Stall??  

Wir haben dann entschieden: Wir wagen es, die Heizung anzulassen, aber als „Gegenleistung“ lassen wir auch am Platz die Masken an. (Die Alternative wäre gewesen: Masken am Platz ab, Heizung eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst aus.)  

Viele Menschen müssen den ganzen Tag berufsbedingt mit Masken arbeiten, da werden wir es doch schaffen, mal für eine Stunde die lästigen Dinger aufzuziehen!! 

Weihnachten werden wir also in diesem Jahr völlig anders feiern als sonst, klar. Konkret planen wir – immer unter dem Vorbehalt, dass bis dahin keine strengeren Vorgaben kommen: 

  • 4. Advent (20.12.20) 10:00 Uhr: auf Grund der Corona-Beschränkungen findet keine Sonntagsschulweihnachtsfeier statt, mit den Kindern wurde ein Video aufgenommen, das im Gottesdienst gezeigt wird.  
  • Heilig Abend sind zwei aufeinander folgende Gottesdienste geplant:  
    • 16:00 und 17:30 Uhr. Eine Anmeldung bis zum 19.12.20 (bei Markus) für einen der beiden Termine ist erforderlich. Im ersten Gottesdienst wird Claudia Blecker eine Betreuung der kleinen Kinder anbieten. 
  • Es gibt keine zusätzlichen Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen 
  • 27.12.2020 regulärer Sonntagsgottesdienst 10:00 Uhr 
  • 31.12.2020, 18:00 Uhr: Jahresabschlussgottesdienst 

Was machen wir aber mit der Allianz-Gebetswoche vom 10.-17. Januar? Die Evangelische Allianz in Deutschland hat ein allgemeines Statement herausgegeben, das auch von unserem Präses Ansgar Hörsting unterstützt wird: 

 https://www.allianzgebetswoche.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/2020-11-07_Erklaerung_zur_Corona-Krise.pdf 

Darin werden Grundsatzfragen sehr gut angesprochen, man distanziert sich auch deutlich von Verschwörungstheorien und Coronaleugnern; aber was soll man konkret machen? Das sucht man vergeblich. Ein allgemeines Hygienekonzept ist auch vorhanden – das ungelöste Problem ist nur, dass wir die Erlaubnis nur für Gottesdienste (und Mitgliederversammlungen) haben, nicht für andere Zusammenkünfte innerhalb der Woche! 

Manche Allianzen planen „Gebetsspaziergänge“ zu zweit statt einer zentralen Gebetsversammlung – aber wir glauben nicht, dass wir bei Wind und Wetter unsere – überwiegend älteren – Teilnehmer dazu motivieren können.  

Wir haben dann den mutigen Vorschlag beraten, die komplette Allianz-Gebetswoche auf Mai oder Juni zu verlegen, anstatt jetzt einen Krampf zu versuchen. Bis dann – auch durch die Impfungen – werden wir uns voraussichtlich wesentlich freier bewegen können. Diese Idee müssen wir aber noch mit der anderen Gemeinde abstimmen.  

Begründung: Die Gebetswoche ist ja nicht datumsgebunden wie Weihnachten oder Ostern. Der Januartermin ist nur eine Tradition – wenn auch seit 175 Jahren. Aber schon M. Luther hat einmal gesagt, das außergewöhnliche Situationen auch außergewöhnlich Entscheidungen erfordern. 

Unsere erste und einzige Mitgliederversammlung in diesem Jahr fand am 2. Dezember statt. Das Protokoll wird den Gemeindegliedern in den nächsten Tagen zugestellt werden. 

Euer Wolfgang

 

Zu guter Letzt noch ein Wort unserer Gemeindekassierer: 

Wir möchten Euch als Kassierer der FeG Derschen einmal ein recht herzliches Dankeschön für die Unterstützung der Gemeindearbeit sagen.  

Vielen Dank, dass Ihr so treu oder auch punktuell die Gemeindearbeit unterstützt und damit so viel Dinge ermöglicht. Vieles was ihr selbst genießt, nutzt und vom dem ihr in unserer Gemeinde profitiert, wird nur dadurch möglich. Wir sind dankbar, dass wir die Kosten decken und auch unser Zeltlagerdarlehen abbezahlen können. Dennoch haben wir finanzielle Einbußen bei den Kollekten.  

 Somit möchten wir Euch einladen, weiterhin die Gemeindearbeit auch finanziell im Blick zu behalten und zu unterstützen. Vielleicht lohnt es sich, einmal über eine Erhöhung des Dauerauftrags nachzudenken.  

  • Oder die eigentliche Spende statt in den Kollektenbeutel oder den Dankekasten einzulegen, in eine Überweisung oder einen Dauerauftrag umzuwandeln?  
  • Oder vielleicht zum ersten Mal und ganz neu unsere Arbeit zu unterstützten? 

Wir sagen Euch schon im Voraus ein herzliches Dankeschön dafür.   

Mit herzlichem Gruß 

Markus und Jeanette Jäger